Corona bei campra

Verrückte Zeiten auch bei campra: seit drei Wochen arbeiten die meisten im Homeoffice. Und wie geht es ihnen dabei? Sechs persönliche Erfahrungsberichte aus der Isolation.

Es ist fast so, als hätte jemand abrupt die Handbremse gezogen. Plötzlich steht das öffentliche Leben still und die Wirtschaft schaltet einige Gänge runter. Auch bei campra ist vom pulsierenden Agenturalltag immer weniger zu spüren. Keine Shootings, keine Vorort-Recherchen. Reihenweise Calls über Facetime, Skype oder Teams ersetzen persönliche Absprachen – auch unter den campra Mitarbeiten. Aber viele Projekte gehen weiter. Nur das Tempo verlangsamt sich zusehends. Campra hat schnell reagiert: Zum Beispiel haben sich die „Öffnungszeiten“ verändert. 9 bis 18 Uhr ist Geschichte. Homeoffice und Kinderbetreuung bedeuten zum Beispiel auch, dass im Moment fast rund um die Uhr E-Mails beantwortet werden. Campra hat fünf neue Standorte in der Region Stuttgart eröffnet und ist so noch flexibler – und näher an den Kunden. Das gilt vor allem für die Mitarbeiter an ihren neuen, ungewohnten Arbeitsplätzen. Während Rainer sein Homeoffice als einziger ins Büro verlegt hat, haben sich die anderen fünf nach Hause verkrümelt. Wie es allen in diesen Tagen ergeht, erzählen sie selbst.

Rainer muss alles selbst machen

Telefonanrufe annehmen, Kaffeemaschine befüllen, Spülmaschine ausräumen, Briefkasten leeren, Blumen gießen, Schokovorräte plündern … muss man hier wirklich alles selber machen? Ja, muss man. Ist ja sonst keiner da. Alle im Homeoffice. Außer den Vögeln draußen ist nichts zu hören.

Nur manchmal wird die Stille gestört: „Papaaa, wie viel Quadratmeter sind 1.200 a?“ Der einzige Vorteil eines entvölkerten Büros: Co-Working mit einem der Kinder. Entlastet die heimische, teilpubertäre Krisengemeinschaft bisweilen ungemein. Betreuungsschlüssel 1:1, quasi Idealvoraussetzungen. Aber langweilig wird es auch sonst nicht: Arbeit verteilen und koordinieren, Anfragen beantworten, Dateien verschicken falls VPN mal nicht so will – und dank Facetime kommen die Kollegen ja ab und zu auch mal alle persönlich ins Büro.

Schön ist das auf Dauer nicht. Es fehlt der Trubel, das Lachen, die Stimmen, das Tempo. Wird Zeit, dass sich das Büro bald wieder mit Leben füllt. Auch damit ich nicht alles alleine machen muss … Moment, es klingelt. Der Postbote. Kein Problem, ich springe schon …

Julias Kampf um Arbeitswellness

Das Schöne an einer Vier-Zimmer-Wohnung mit nur einem Kind: Man hat noch ein extra Arbeitszimmer. Das Blöde an der Sache mit der Isolation: Beide volljährigen Bewohner arbeiten von zuhause. Und kämpfen um den Arbeitsplatz mit großem Bildschirm, komfortablem Bürostuhl, direktem Zugang zum Balkon und vor allem: der Tür, die man schließen kann und augenblicklich nichts mehr mit der Kinderbetreuung zu tun hat. Während der Elternteil auf der anderen Seite Kinderlieder singen, mit Fingerfarben malen und nebenbei in schlechter Haltung am Couchtisch E-Mails beantworten muss, mutiert der Büro-Raum zum wahrhaftigen Wellnesstempel – mit einer Tasse Kaffee in der Hand und der Frühlingssonne im Gesicht können ganz in Ruhe Texte wie dieser entstehen. Oh nein, da klopft es auch schon. Der andere Elternteil ist dran mit Arbeitswellness. Selten macht das Ende des Arbeitstags so traurig.

Benny in der Kinderliederhölle

„Ich lass los, lass jetzt los. Und ich schlag die Türen zu.“ Nein Elsa, ich schlag gleich die Tür zum Wohnzimmer zu, wenn du nicht sofort mit dem weinerlichen Singsang aufhörst. Es juckt mich doch nicht, dass du als Eiskönigin im Fernseher alles und jeden erstarren lässt.

Wenn die Mama im Büro und der Papa in der Küche mit den Kollegen chattet und der Nachwuchs keinen Bock auf Selbstbeschäftigung hat, dann müssen die Helden von Disney und Nickelodeon als Retter einschreiten. „Paw Patrol, Paw Patrol, ruft uns und wir kommen. Hat irgendjemand ein Problem, sieht man sie schon springen.“ Leider eine Sekunde später auch das Kind auf dem Sofa: „Boah, Papa schau mal: Der Marshall hat eine Wasserspritze. Ich hol meine auch.“ Dabei sagt Paw Patrol Chef Rider doch ständig: „Hilfe holen ist ganz leicht, ein Anruf reicht“. Bei dir und deinen Fellfreunden bestimmt nicht. Geholfen hat aber der Anruf beim Opa, der einen alten Trickfilm-Klassiker aus seiner Kindheit empfohlen hat. Langsame Schnitte, dichte Wälder, wilde Tiere, große Kinderaugen, Stille im Wohnzimmer und: „Probier`s mal mit Gemütlichkeit.“

Franzi rückt Möbel

Es war eine außergewöhnliche Feuerprobe: Kurz vor dem Zusammenziehen mit dem Partner, wurden wir zu Quarantäne-Mitbewohnern in meiner 2-Zimmer-Wohnung. Zwei Wochen Tag und Nacht zusammen auf engstem Raum, ohne das Haus verlassen zu dürfen. Einen Balkon hat die Wohnung auch nicht. Da muss man das Beste draus machen: Arbeiten im Homeoffice, Brettspiele spielen, die alte Spielkonsole wieder auspacken. Oder auf kreative Weise Vitamin D tanken: Einfach das große Fenster öffnen und die Couch ganz nah davor rücken. Wer unseren Teint nach der Quarantäne sieht, vermutet nie, wo der 14-tägige Urlaub wirklich stattgefunden hat. Apropos Urlaub: Danach kommt es ja bei vielen Paaren zur Trennung. Wir hingegen packen Umzugskartons.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

ANDERSON .PAAK #illustration #illustrationartists #drawings #artstagram #instaart #illustrator #digitalart #photoshop #0711 #stuttgart

Ein Beitrag geteilt von Juliane Herrmann (@jillu.stration) am

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

PALINA #illustration #illustrationartists #drawings #artstagram #instaart #illustrator #digitalart #creative #portrait #photoshop #0711 #stuttgart

Ein Beitrag geteilt von Juliane Herrmann (@jillu.stration) am

Jule illustriert Menschen

Freiwillige Quarantäne. Fluchtort Tübingen. Zum Schutz der Mitbewohnerin, zur Freude meines Freunds. Seit vier Wochen aufstehen, frühstücken, arbeiten, ausruhen, Filme schauen und schlafen. Am nächsten Tage beginnt alles wieder von vorne. Meine Geschichte aus dem Homeoffice ist eigentlich unspektakulär. Aber langweilig?  Ich erlebe im Moment nicht viel, aber für vieles habe ich endlich die Zeit, die ich mir schon lange gewünscht habe. Sobald die Arbeit an Kundenprojekten weniger wird, räumen die einen ihren Keller auf, probieren verrückte Kochrezepte aus oder bauen sich Skatingrampen im eigenen Keller – ich habe illustriert. Ein bisschen was ausprobiert. Bunt, wild und experimentell? Das sollen andere beurteilen. Ich begegne dabei digital vielen Menschen, die ich im Moment nicht treffen kann. Von wegen öde. Es macht Spaß. Beispiele gefällig? Die Ergebnisse gibt es auf meinem Instagram-Kanal jillu_stration, den ich dafür ins Leben gerufen habe. Aber ansonsten habe ich in den vergangenen Wochen eigentlich wirklich nichts aufregendes erlebt.

Michael räumt auf

Homeoffice ist ein Privileg. Habe ich im Radio gehört. Nein, Homeoffice ist der ultimative Hinweis, spätestens jetzt das Arbeitszimmer aufzuräumen. Platz für Ordner, Unterlagen, Laptop und die Lieblingskaffeetasse schaffen. Volle Konzentration auf die Arbeit. Aber halt, da sind ja die alten Dias, die dringend eingescannt werden sollen. Uih, das Lustige Taschenbuch Nummer 476, das im Regal eine Lücke gerissen hat.  Oha, die SD-Karte mit den letzten Urlaubsfotos, die noch gesichert werden müssten. Gott sei Dank, die vermisste Lego-Bauanleitung der Mondlandefähre. Cool, das Modellauto wollte ich schon lange Mal bei Ebay versteigern. Okay, es gäbe so viel zu tun – wenn es kein Homeoffice gäbe. Aber heute Abend weiß ich, was ich mache. Im Ablagefach ist die DVD mit dem WM-Halbfinale 2014 zwischen Deutschland und Brasilien aufgetaucht. Entschuldigung, so ein bisschen Fußball muss doch möglich sein …

© 2020 campra GmbH – Büro für Kommunikation